1) Ich habe es als überaus wichtig empfunden, die vor mir befindliche eiserne Wand zu durchbrechen, die uns von der Weisheit der Kabbala trennt. Diese Geheimhaltung, die zur Zeit der Zerstörung des zweiten Tempels begann, und bis heute fortdauert, wiegt sehr schwer auf uns. Es ist die Quelle der Schmerzen und des Leids der gesamten Menschheit und hat innerhalb von uns eine Furcht geweckt, dass diese Weisheit vollständig vergessen wird. Aus diesem Grunde schrieb der Autor des "Sulam" sein Werk "Studie der 10 Emanationen", die das wichtigste Buch für ein grundlegendes Verständnis der Kabbala ist.
Wann immer ich anfange, zum Herzen eines Einzelnen hinsichtlich dieses Werks zu sprechen, ist die erste Frage, die sofort auftaucht: "Warum sollte ich etwas über himmlische Engel und ihren Namen wissen? Kann ich nicht die gesamte Torah mit allen ihren Gesetzen und Details ohne dieses Wissen erfüllen?" Dieser Frage liegt der Eindruck zugrunde, dass die Kabbala keine Bedeutung in unserem täglichen Leben habe, und dass sie völlig abgehoben sowie eine abstrakte Form des Mystizismus und der Magie sei.
Eine zweite grundlegende Frage entsteht zusätzlich: "Haben unsere Weisen nicht bereits festgelegt, dass man erst die gesamte enthüllte Torah erlernen muss, bevor man die Kabbala erlernt? Außerdem, wer kann sich selbst so betrügen, anzunehmen, dass er bereits die gesamte enthüllte Torah vollendet hat und es ihm nur noch an der verborgenen Torah ermangelt?"
Und danach noch eine dritte Frage: "Viele Menschen sind bereits wegen ihrer Miteinbeziehung der Kabbala vom Pfad der Torah abgekommen. Warum sollte ich mir selbst Probleme schaffen? Weshalb sollte ich mich in solch eine Gefahr begeben, ohne irgendeinen ersichtlichen Grund?" (Es ist üblich zu denken, dass diejenigen, die damit beginnen, die Weisheit der Kabbala zu studieren, automatisch in der Torah geschwächt werden, weil sie sich übermäßig mit der Bedeutung der Gebote beschäftigen, und die Befolgung des Gebotes missachten.)
Dann stellt sich eine vierte und grundlegende Frage: "Alle, die sich in unseren Tagen allein der Torah widmen, haben nichts mit dieser verborgenen Weisheit zu tun und wenn man jemanden nach der Kabbala fragt, wird er immer erklärt bekommen, es sein zu lassen und nur die enthüllte Torah zu studieren".
2) Alle diese Gründe der Menschen die Kabbala nicht zu studieren, entstammen ihrem Mangel an Verständnis, bezüglich dem Sinn und Zweck der Schöpfung. Deshalb stellen sie solche Fragen wie: "Was bedeutet das Leben? Was ist der Grund meiner Leiden und meiner Qual? Was ist der Sinn und Zweck meines Lebens?" Obwohl im Laufe der Geschichte viele große Philosophen versucht haben, diese Fragen zu beantworten, beschäftigen diese Probleme unseren Verstand bis zum heutigen Tage, und sie belassen uns trotzdem schmerzlich gedemütigt ohne eine Antwort. Das übliche Lösungskonzept, welches auf solche Fragestellungen erwidert wird, ist, dass die Frage vergessen werden sollten, und man sich im natürlichen Fluss des Lebens einfach verlieren sollte. Jedoch, das Studium der Kabbala ist für diejenigen gedacht, die unnachgiebig bitten und suchen, Antworten auf solche Fragen zu finden.
3) Die Lösung aller dieser Schwierigkeiten wird in unserer Torah deutlich angegeben, sie lautet: "Kommet, Schmecket und Sehet, dass der Schöpfer gut ist". Nur durch ein Verständnis des Schöpfers, mit einer Annäherung, einem sich Binden und einem Anhaften an Ihn, kann ein Mensch zu allem was gut ist gelangen, die absolute Vollkommenheit und Ewigkeit erreichen.
Eine Stufe zu erklimmen, auf der man ein Gefühl des Schöpfers hat, ist nur möglich indem man Ihn nachahmt, damit alle Impulse und Gedanken eines Einzelnen so wie die des Schöpfers sein werden. Dies wird "Die Erfüllung von Torah und Mitzvot, wie geboten" genannt. Nur dann kann der Einzelne wahrnehmen, dass der Schöpfer alles für sein Wohlergehen erschuf, nur für ihn, damit sein Leben mit Glück erfüllt sei.
4) Der Schöpfer selbst bringt eine Person zum Guten, indem er ihr Freude und Heiterkeit in diesem Leben schenkt, welches normalerweise mit Schmerz und Leere gefüllt wäre, und einen Einzelnen zwingen würde, ständig Schutz vor einem Leben, das härter als der Tod selbst ist, zu suchen.
Wo ist die Freiheit der Wahl für eine Person? Heißt es nicht in unserer Torah: "Du sollst das Leben wählen". Die Wahl eines Individuums liegt ausschließlich in seiner Fähigkeit seine Wünsche und Gedanken so zu steuern und zu korrigieren, damit sie den Wünschen und den Gedanken des Schöpfers angeglichen werden.
Dieses Korrigieren der Gedanken und der Wünsche eines Einzelnen wird Reinigung des Körpers genannt, weil der Körper als "Wille und Gedanke" bezeichnet wird, damit eine Person völlig damit beschäftigt ist "die Torah und seine Mitzvot, so wie geboten zu erfüllen." Dies schließt eine Hingabe aus, die nur zum Vergnügen ausgeübt wird. Es sollte eine Hingabe sein, um dem Schöpfer Vergnügen zu bereiten, was die gleiche Methode ist, die der Schöpfer anwendet, wenn Er einem Menschen Vergnügen bereitet. Dies wird in der Torah auch als "die Erfüllung der Torah um ihrer selbst willen" oder "der vollständige Dienst" gekennzeichnet.
Nur auf die Art und Weise, dass ein Einzelner nicht an sich selbst denkt, sondern viel mehr ausschließlich an den Schöpfer, verdient er ein Leben in Erfüllung. Bevor eine Person dieses Stadium der Reinheit erreicht, denkt sie noch hauptsächlich an sich; während dieser Zeit hat sie die Freiheit der Wahl. Auf dieser Stufe hat ein Mensch die Option, aus vielen vorhandenen Wegen und Methoden zu wählen, um die Reinigung "seines Willens und seiner Gedanken" zu verstärken und sich durch diese Methode vor dem Absturz zu schützen. Der Schöpfer sendet dem Individuum absichtlich Störungen und Ablenkungen, damit er sie überwinden möge, damit er erstarkt, um ein Gefühl der Vollständigkeit und der innerer Ruhe zu erreichen.
5) Die Reinigung des Körpers bedeutet "die Fähigkeit (absichtlich) zu empfangen, um zu
geben", dass er (der Körper) nicht an sich denkt, jedoch an das Gute seines Schöpfers, was "für den Himmel wirken" genannt wird. Dies allein wird "die Erfüllung der Torah und der Mitzvot" genannt. Dieser Prozess der Reinigung des Körpers (der Wünsche) wird als "wir sollten tun", und das Empfangen der Vervollkommnung wird als "wir sollten verstehen" gekennzeichnet.
In der ganzen Schöpfung gibt es nur den Schöpfer und sein Geschöpf, den Menschen. "Mensch" bezieht sich auf den inneren Menschen, seine "Wünsche und Gedanken", nicht auf seinen physischen Körper. Die spirituelle Welt besteht aus reinem Willen und reinen Wünschen ohne physische Körper. In der spirituellen Welt wird der Wille als "Körper" oder "Gefäß der Seele" bezeichnet. Das Vergnügen, das den Willen füllt, wird der "Schöpfer", "das Licht" oder "die Seele" genannt. Außer diesen zwei Bestandteilen existiert in der gesamten Schöpfung nichts weiteres.
Der Schöpfer erschuf einen egoistischen Willen, der ausschließlich Vergnügen empfangen möchte. Dieser egoistische Wille ist jedoch sehr begrenzt und nicht fähig, eine immerwährende Vollkommenheit zu empfangen, denn im gleichen Augenblick, da der Wille mit dem Licht des Vergnügens gefüllt wird, wird er durch das Vergnügen ausgelöscht, und ohne den Wunsch nach Vergnügen wird das Vergnügen nicht gefühlt. Jedoch ist es unmöglich ohne das Gefühl des Vergnügens zu leben, sonst würde das Leben wie der Tod sein. Folglich muss ein erschaffenes Wesen immer wieder neue Wünsche produzieren, um sie zu erfüllen.
So läuft ein Einzelner ständig dem Vergnügen hinterher, als wäre es das Licht des Lebens. Dennoch erfasst er das Vergnügen nie wirklich. Wenn solch eine Person nicht einen neuen Wunsch erwecken kann, um sich zu beleben, stirbt sie. Folglich wird der Wunsch, Vergnügen in einer direkten, egozentrischen Form zu empfangen, wie es für uns normal und bekannt ist, niemals ein wirkliches Vergnügen auf die Person übertragen.
Da es das Ziel des Schöpfers war, seinen Geschöpfen Vergnügen zu bereiten, erschuf Er innerhalb von uns den Willen, das Verlangen zu empfangen. Jedoch um das unendliche g-ttliche Vergnügen zu empfangen, sollte dieses Verlangen folgendermaßen ausgerichtet werden:
a) Das Verlangen sollte sich nicht zu der Zeit vermindern, während das Vergnügen empfangen wird.
b)Der Mangel an Vergnügen sollte auch bestehen bleiben, wenn die Person mit Vergnügen und Freude gefüllt wird, und ein Individuum sollte konstant dazu in der Lage sein, sein Verlangen zu erhöhen und ihn zu erfüllen, ohne seinen Wunsch nach mehr Vergnügen zu verlieren.
c) Das Verlangen sollte so stark ansteigen, dass eine Person in der Lage sein sollte, die größten Vergnügen des Daseins, in einer vollständigen und ewigen Form zu empfangen, ohne mit nur einem temporären, momentanen Vergnügen gefüllt zu werden.
Um dieses Niveau der Freude, des Vergnügens zu erreichen, muss in der Person ein anderer Mangel vorhanden sein, als der Mangel an Vergnügen. Folglich gab der Schöpfer einem Menschen eine viel größere Fähigkeit, als nur Vergnügen zu empfangen, nämlich die Fähigkeit, den Schöpfer wahrzunehmen, der Quelle aller Vergnügen. Von diesem Zustand des Wahrnehmens des Schöpfers an, dem Spender aller Vergnügen, beginnt eine Person damit, sich dafür zu schämen, sich nur zu wünschen Vergnügen zu empfangen, bis sie anfängt, seine Natur zu hassen und sich zu wünschen einen "Willen zu schenken" zu besitzen, so wie der ihres Schöpfers.
Jedoch, da der Schöpfer keinen Mangel hat und eine Person nichts besitzt was sie dem Schöpfer geben könnte, ändert sie ihren natürlichen Willen nach Vergnügen in eine andere Form. Sie möchte nur unter der Bedingung Vergnügen empfangen, wenn ihr Empfangen des Vergnügens dem Schöpfer auch Vergnügen bereitet. So empfängt eine Person ständig Vergnügen, und schenkt ebenso ständig Vergnügen.
Diese Form des Empfangens erhebt einen Menschen auf die Stufe des Schöpfers, weil er ein Geber wird, so wie der Schöpfer. Der Wille zu geben, den die Person erwirbt, wird nicht auf seine Fähigkeit zu empfangen begrenzt, weil sein Wille zu geben völlig davon abhängt wie groß der Schöpfer in seinen Augen ist. Da die Größe des Schöpfers keine Grenzen hat, kann eine Person sich grenzenlos darin steigern seinem Schöpfer zu geben, ebenso unendlich, erhöht sich das daraus resultierende Empfangen von Vergnügen.
Das Empfangen des Vergnügens durch seinen Willen zu empfangen wächst ständig, denn ohne Vergnügen zu empfangen, kann er seinem Schöpfer nichts geben.
Er empfängt Vergnügen, indem er seinem Schöpfer Vergnügen bereitet, und dieses Vergnügen hängt von der Größe des Schöpfers in seinen Augen ab.
Daraus folgt, dass der Einzelne durch das Ausrichten seines Wunsches zu empfangen, mit dem Ziel dem Schöpfer Vergnügen zu bereiten, sich von seiner persönlichen Stufe zu der des Schöpfers erhebt, und wie der Schöpfer Selbst wird. Durch diesen Prozess wird das vollständige Ziel des Schöpfers, weshalb er die Welt erschuf, enthüllt, denn der einzige Grund der Schöpfung besteht darin, den Menschen in diesen Zustand zu bringen.
Der Prozess der Umwandlung (Transformation) von "die Vergnügen nur für sich selbst zu wünschen", in ein, "nur dem Schöpfer Vergnügen zu schenken", wird "Reinigung des Körpers" genannt, denn in den spirituellen Angelegenheiten ist der Wille der Körper. Der physische Körper hat keine Bedeutung, weil er nur animalisches Material ist, jedoch wird der Wille innerhalb des Körpers der tatsächliche "Körper" genannt. Wie kann ein Mensch seinen Willen um zu empfangen umwandeln, wenn dies doch sein natürlicher Zustand ist? Wie sollte dies ohne irgendeine äußere Kraft möglich sein, als mit des Menschen Wunsch nach Vergnügen, damit er seinen Willen um zu empfangen ändern wird, der einzige Wille, der im Menschen vorgefunden wird?
Diese Fragen sind nötig, um zu verstehen, wie die gesamte Welt zwei Stadien durchläuft, um Ihr Ziel, welches ein "vollständiges Vergnügen und ewiges Wissen, dass dem des Schöpfers ähnlich ist", zu erreichen:
Stufe 1- Korrektur des Willens des Menschen.
Stufe 2- Vergnügen empfangen, was die ursprüngliche Absicht des Schöpfers war.
Das Stadium des zu korrigierenden Willens enthält eine Kette von kleinen Korrekturen. Die Tätigkeit des Korrigierens wird "Mitzvah" genannt. Nachdem der Wille korrigiert ist und in den Zustand gebracht wird, um zu empfangen, um dem Schöpfer Vergnügen zu bereiten, empfängt eine Person ein Vergnügen, welches das "Licht" oder "Torah" genannt wird. Folglich wird das Stadium, in dem eine Person seinen Willen instandsetzt, "der Weg der Torah" genannt, und das Stadium, in dem eine Person die Vergnügen zum Wohle der Schöpfung empfängt, als "ein Leben der Freude und der Ruhe" oder "Torah" bezeichnet.
Auf die Frage, wie man den Körper korrigiert, steht geschrieben: "So ist der Weg der Torah: Brot und Salz solltest Du essen, Wasser in Maßen sollst Du trinken, auf dem Boden sollst Du schlafen, ein Leben des Leidens sollst Du leben, und für die Torah sollst Du arbeiten. Wenn Du dies glücklich tust, bist Du gut, und Du wirst Gutes haben. Glücklich wirst Du in 'dieser Welt' sein, und glücklich wirst Du in 'der kommenden Welt' sein." Hieraus wird klar ersichtlich, dass diese Welt "das Stadium des Korrigierens des Willens zu empfangen" ist, und die "kommende Welt" das Empfangen des Vergnügens, mit einem vollständigen, korrigierten Willen ist.
Hieraus leiten sich folgende Fragen ab: "Was ist der Unterschied zwischen der Torah und allen anderen Wissenschaften wie Physik, Chemie, Mathematik und weiteren Wissensgebiete die kein Leid benötigen, sondern nur etwas Anstrengung, um sie zu verstehen? Warum benötigt die Torah beides, die Bemühung und auch das Leiden?"
Die nächste Frage ist: "Möglicherweise werde ich "in der kommenden Welt" Gutes haben, aber in dieser Welt, die ich mir selbst beschneiden soll, wie können da die Weisen sagen: "Glücklich wirst Du in dieser Welt sein?"
6) Der Grund für das Reinigen des Körpers ist, dass ein Einzelner dazu angelernt werden sollte, nicht für sein eigenes Vergnügen zu empfangen. Sogar bei den zulässigen und notwendigen Angelegenheiten, um den Körper aufrechtzuerhalten wie Essen, Trinken und Schlafen, sollte er sich von jedem Vergnügen befreien, bis er buchstäblich ein Leben im Schmerz lebt.
Dann, nachdem er daran gewöhnt worden ist, und es keinen verbliebenen Wunsch mehr nach Vergnügen in seinem Körper gibt, kann er für die Torah und die Mitzvot arbeiten, um seinem Schöpfer Vergnügen zu bereiten, und dieses wird "zu seinem eigenen Wohle" genannt. Wenn er diese Stufe erreicht hat, verdient er es, ein Leben zu schmecken, welches mit Güte gefüllt wird, mit all dem Guten ohne irgendeine Beimischung von Leid, einem Leben, dass in die Arbeit für die Torah und die Mitzvot "um ihrer selbst willen" eingebettet ist.
Aus diesem Grund steht geschrieben: "Schmecket und Sehet, denn der Schöpfer ist gut", dieses ‚Schmecket' benennt den Geschmack der Arbeit für die Torah und die Mitzvot "um ihrer selbst willen", und das ‚Sehet' meint das Wahrnehmen des Sinnes der Schöpfung, der daraus besteht "Seinen Geschöpfen Gutes zu geben, denn es ist die Natur des Schöpfers, Gutes zu tun". Dann ist man in dem vom Schöpfer geschenkten Leben glücklich, und für solch einen Menschen ist die Schöpfung lohnend.
7) Daraus erkennen wir zwei Stufen der Miteinbeziehung in Torah und Mitzvot:
Stufe A - "Weg der Torah": Die Periode der Vorbereitung, in der ein Mensch seinen Willen zu empfangen korrigieren muss, seine Arbeit für die Torah und die Mitzvot "nicht um ihrer selbst willen" ausführt, er mehr oder minder noch eine Mischung seiner eigenen Vergnügen und Motive darstellt. Dies kommt daher, dass der Mensch seinen Willen noch nicht von den Eitelkeiten und Einbildungen dieser Welt reinigen konnte. Auf dieser Stufe muss er "ein schwieriges Leben der Arbeit in Torah" durchleben.
Stufe B - "Ein Leben des Vergnügens und der Harmonie": Dieses Stadium tritt auf, nachdem der Mensch den "Weg der Torah" durchgeführt und seinen Willen gereinigt hat, was ihn befähigt die Torah und die Mitzvot "um ihrer selbst willen" zu erfüllen, um dem Schöpfer Vergnügen zu bereiten. Nun ist er zu einem "Leben der Freude und Harmonie gekommen", welches das hinter der Schöpfung liegende Ziel ist, da es Sein Wille ist "Seinen Geschöpfen Gutes zu schenken". Diese Leben des Guten ist das seegensreichste und freigiebigste Leben "in dieser Welt" und in der "kommenden Welt".
8) Dies ist der Unterschied zwischen Torah und anderen Weisheiten: In anderen Weisheiten muss eine Person nicht ihren Willen zu empfangen reinigen, alleine die Bemühung genügt, Meisterschaft und Erfolg zu erzielen, so wie es mit allem in der körperlichen Welt der Fall ist. Der Sinn und Zweck anderer Weisheiten liegt darin das Wissen und die Konzepte des entsprechenden Wissensgebietes zu kennen und zu verstehen, was auch dem Vergnügen entspricht, das sich aus solch einer Wissenschaft ableitet. Jedoch um dem Leben eines Einzelnen das Gute zukommen zu lassen und ihn zu der Vollkommenheit zu bringen, für die er erschaffen wurde, um ihm zu ermöglichen Perfektion und immerwährende Freude zu empfangen, muss er seinen Willen zu empfangen korrigieren.
Der Sinn und Zweck der Arbeit für die Torah und die Mitzvot ist, eine Person so vorzubereiten, damit sie bereit ist, all das Gute zu empfangen, das vom Schöpfer beabsichtigt ist; denn Er möchte "Seinen Geschöpfen Gutes schenken". Dieses Gute ist nicht nur für "die kommende Welt" vorgesehen, sondern ebenso für diese Welt. Folglich muss eine Person ihren Willen reinigen, um von ihrem Schöpfer in ihrer Lebenszeit empfangen zu können. So lange ein Mensch während seines Lebens in dieser Welt nicht seinen Willen restauriert hat, muss er auf diese Welt zurückkommen, bis er in einer seiner Inkarnationen seinen Willen korrigiert und das Ziel der Schöpfung erreicht.
9) Deshalb kommt ein segensreiches, erfülltes Leben in dieser Welt nur auf denjenigen, der den "Weg der Torah" vollendet hat, der alle Schmerzen, Kämpfe und Schwierigkeiten durchlebte, die für den "Weg der Torah" spezifisch sind. Erst nachdem solch einer diese Periode von "nicht um ihrer selbst willen" durchlebt und beendet hat, eine Lebenszeit der Leiden und der Schwierigkeiten, verdient er ein gutes, reichhaltiges Leben "in dieser Welt" und in der "kommenden Welt".
10) Das Leben wurde unmittelbar in vollständiger Vollkommenheit erschaffen, einschließlich dem Leben in dieser Welt, in ihrem Zustand der absoluten Güte. Der Schöpfer erschuf den Menschen in seinem endgültigen ewigen Zustand, von Beginn an mit Freude und Vollkommenheit gefüllt. Damit jedoch ein Mensch einen freien Willen haben und mit sich selbst kämpfen könne, um die Perfektion zu erreichen, lässt der Erschaffer diesen Zustand der Vollkommenheit so lange außer Betracht, bis ein Mensch seinen Willen in dieser Welt gereinigt hat.
Rabbi Y. Ashlag (1882-1955)








